Sonic Fiction Jekyll 21.10

Saubere Sache das! Sonic Fiction macht wieder Jekyll Partys! Für die nächste Party nach der jetzt schon legendären Schilfmusik mussten wir uns natürlich was ausdenken. Also sind wir los, haben gelernte Landräte gekauft, Wahlen manipuliert, Politessen bestochen und Urkunden gefälscht, was das Zeugs hält, na ja, was man halt alles so macht, damit man es leicht hat im Leben.

Wir dann auch mit einem Köfferchen voll Fotos zum Bürgermeister und haben gesagt „Schauense mal“, das hat er dann gemacht und schwupp da gabs die Partyvollmacht, nun sage noch einer, die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam, man muß sie nur mit der richtigen Flüssigkeit schmieren, dann läuft alles rund. Jetzt steigt das Ding am 21.10. steigt im Jekyll, so wie in alten Tagen, nur dass der Jekyll-Chef jetzt nicht Andrea, sondern Alex heißt. Kann man sich merken, oder? Egal.
Gevatter Väth hat natürlich gleich durchgeklingelt und angefragt, ob er nicht mal wieder ran dürfe, da haben wir sofort gesagt „Du bist zu alt“, haben laut gelacht und aufgelegt. Danach ging’s fröhlich weiter rund auf der Besetzungscouch, Trentemoeller wollte uns die Schwänze blasen, Hawtin uns sein Flugzeug schenken und Ellen Allien ihr Erstgeborenes (kein schlechtes Angebot, die Babynierenpreise in Russland sind gerad ganz weit oben, aber trotzdem...).
Villalobos hatte sich vorab „ I love Sonic Fiction“ auf sein mageres Kalkärschlein tätowieren lassen, um uns zu beeindrucken, doch wir haben nur gegähnt. Unser alter Freund und Kupferstecher DJ Hell wollte uns sein Koksnuttenbordell übertragen, nur, um eine Stunde aufzulegen, aber wir haben gesagt, „Nee, lass mal, Alter, Deinen Stall kannste behalten, kuck sie Dir doch an, nur Haut und Knochen und Skorbut“, da ist er richtig sauer geworden, hat geweint, gebettelt und geschimpft und mit den Beinen wild um sich getreten, zur Strafe musste er sich in die Isar stellen, bis er sich wieder beruhigt und entschuldigt hat. Aber Ihr kennt ja den kleinen Trotzkopf. Nun muss er frieren, bis er es begriffen hat.

Schön war auch, als die Fusion-Leute ankamen, mit Schmuck und allem, was dazu gehört, im Gepäck für uns  Lebenszeit-Sponsoringverträge von Adidas, Nike, Puma, Maserati, Jever, Haribo und Drogeriemarkt Klöppke. Die haben wir gleich über die Gegensprechanlage abgefertigt, unverrichteter Dinge mussten sie sich trollen. Ja, was glaubt Ihr denn, wie wir drauf sind? Nur dem schnöden Mammon hinterher? Wein, Weib und Gesang, als gäbs kein Morgen mehr? Ach hört doch auf, Ihr ödet uns an.
Wir treiben lieber weiter unseren Marktwert hoch und bleiben Strictly Underground. Deswegen legen jetzt auf, und zwar genau in dieser Reihenfolge: Valex Retard, Futzi, Wolf.Gang und Ghost Nox, alle Sonic Fiction, unbestechlich, einzigartig in ihrer Kunst als Ausdrucksform, avantgardistisch, doch volksnah, das Mash Up des Guten, heimliche Verbreiter selbstindulgenten Geräuschs, Euer Ticket in eine andere Zeit, in der es nicht länger heißt „Nun macht mal den Krach aus“, da der Puls der Welt nun in  Euch schlägt, regelmäßig, tanzbar, über die Achse der Zukunft geneigt und er breitet sich aus über ihr, uns und euch.
Wenn Du erst morgen dabei bist, ist es vielleicht schon zu spät. Wir reichen Dir die Hand sofort, nimm sie, führe ein feingesponneneres Leben, so lange es noch geht, denn wenn wir den ganzen moralischen Komplex erst einmal abschalten, was bleibt übrig? Ein trauriges Paar Augen im Spiegel, das nicht einsehen kann und will? Ein Verstand, der verzweifelt nach Sinn sucht, weil er es so gelernt hat? Die Kammerdiener der Ordnung, die ihre eigenen Wünsche im Schlick der Triebe ertränkt haben und seitdem ihr jämmerlich impotentes Leben beweihräuchern, indem sie nicht wagen zu bezweifeln, was ihnen als Wissenschaft ins Kleinhirn injiziert wurde? Dort stehen sie, verteilen Flugblätter und Wattebäuschchen, damit jeder vor der schallenden Zukünftigkeit entfliehen kann in eine  Welt aus Vernunft und Taubheit, die Strasse schmeckt ihre Furcht vor den Assassinen, die wir für sie sind, sie zittern und schlottern, sie flüstern und tuscheln und halten sich bedeckt. Doch dann kam der große Regen. 10 von uns waren eingepfercht in ihre kleinen Stahlkäfige, die abtransportiert wurden ins Land hinter den Niemandswassern, weil uns da niemand vermissen würde, wir atmeten das Wasser und schwammen obenauf. Dann ließ er alle Schafe dieser Welt die Wege kreuzen, so dass der Verkehr zum Stillstand kam, dort steht der Fährmann noch in Scharlach, winkt, sein roter Umhang verbirgt die spitzen Rippen. Doch wir nahmen ihre Wolle und sponnen sie zu Hanf, aus dem wir Säcke nähten, die wir anfüllten mit handgepflückten Ähren, aus denen lange Glieder wuchsen, uns dann selbst in jene Säcke wanden und wie der Graf von Monte Christo aus unserem Verlies entkamen. Uns waren Flügel gewachsen. Ein jeder von uns sollte von nun an hinter die Barriere des Möglichen sehen können. Über uns war nur noch die Sonne. Ihr Aggregat galt es zu erreichen und wir verflüssigten uns vorher, dehnten dann unsere Atome aus bis an die Ränder dieser Zeit und sprengten endlich den Rahmen. Nachdem die hohle Schwärze verklungen war, erkannten wir uns selbst. Waren wir noch wir selbst? Waren wir jemand anderes geworden? Wir schienen alle miteinander verbunden, ohne uns zu sehen, ohne uns berühren zu müssen wussten wir alles voneinander. Ein Lächeln schien über den Himmel zu gehen, als wir unseren Namen riefen, denn er sah, dass es gut war. Wir würden von nun an ewig Teil von ihm sein, da unser Laut nicht abschallen wird. Hassan-I Sabbah und Oedipa Maas hatten den Koitus vollendet, genau genommen war keiner von ihnen gekommen, aber sie hatten ihren Spass gehabt und ihr Ruf eilte Ihnen endlich wieder voraus. Jetzt lehnten Sie sich verschwitzt zurück und Rauch stieg auf über der Stadt. Habt Ihr je daran gezweifelt, dass alles ein gutes Ende nimmt? Habt Ihr je darüber nachgedacht, was geschieht, wenn Ihr die Augen schliesst? Glaubt Ihr wirklich, dann wäre immer noch alles an seinem Platz? Seid Ihr wirklich so einfältig? Gewiss ist nur eines: Wenn Du tatsächlich bis hierher gelesen hast, kannst Du auch auf unsere Party kommen. Aber Achtung: Bring besser ein paar Freunde mit, sonst vermisst dich später keiner, und dann geht wieder alles von vorne los.

Be prepared, you shiny Cherubs!

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